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Das Studium

Im Mittelpunkt des Studiums „Europäische Ethnologie“ steht der Begriff der
„Kultur“. Kultur wird dabei als ein Orientierungssystem begriffen, das u.a. Wer-
tevorstellungen, Bewusstsein, Selbstverständnis und gesellschaftliche Struktur prägt
bzw. der Inbegriff all dessen ist – „a whole way of life“ (Raymond Williams).

Die Auseinandersetzung mit menschlicher alltäglicher Lebenswelt und -erfahrung
steht in der Forschung im Vordergrund, worin eine Kontinuität zur traditionellen
Volkskunde zu sehen ist, die sich mit Bräuchen, Ritualen, Wohnen, Nahrung und
Kleidung, vorwiegend mit Blick auf den ländlichen Raum, beschäftigt hat.

Das Studium ermöglicht einen theoretischen wie praktischen Zugang zum Verständnis
kultureller Prozesse: Neben der Beschäftigung mit Kulturtheorien steht die
„Feldforschung“ im Vordergrund, in welcher der/die ForscherIn selbst in den
Forschungsbereich, das (Forschungs-) „Feld“, eintritt.

„Teilnehmende Beobachtung“ ist somit ein Kernbestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens, wobei sich ein einst verklärend-romantisierender Blick auf das „Feld“ in einen kritisch-reflektierenden gewandelt hat.

Reflexionsprozesse im Fach, permanentes Hinterfragen des wissenschaftlichen Zu-
gangs und Blicks, führten u.a. zu zahlreichen Umbenennungen. So wurde
„Volkskunde“ z.B. durch „Europäische Ethnologie“, „Kulturanthropologie“ oder
„Empirische Kulturwissenschaft“ erweitert oder ersetzt.

Die Vielfalt an Benennungen im deutschsprachigen Raum verdeutlicht das breite Themenspektrum dieser interdisziplinäritätsfreundlichen Kulturwissenschaft, die Andockmöglichkeiten an Fächer wie z.B. Geschichtswissenschaft, Soziologie oder Philosophie bietet.

Die WissenschafterInnen am Grazer Institut lehren zu verschiedenen Schwerpunkten; Themen sind „klassische“ Volkskunde, Stadt / urbaner Raum, Gender, Arbeitswelt, Mobilität, Migration, visuelle Anthropologie, Machtverhältnisse/Hierarchien, Deutung von Symbolen und Ritualen oder Analysen gesellschaftlicher Diskurse.